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Wollarten

Alpakawolle

Seidige Hochleistungsnaturfaser aus den Anden

Alpakawolle zählt zu den außergewöhnlichsten Naturfasern, die der Textilmarkt zu bieten hat: sie verbindet luxuriöse Weichheit, hohe Wärmeleistung, außergewöhnliche Isolationskraft und nachhaltige Herkunft in einer Faser.

Gewonnen vom Alpaka – einer domestizierten Kamelart der Anden – ist diese Faser das Ergebnis einer jahrtausendealten Anpassung an extreme klimatische Bedingungen. Alpakawolle gilt als Premiumfaser, die in funktionaler und ästhetischer Hinsicht höchsten Ansprüchen gerecht wird.

Inhalt


  1. Das Alpaka
    • Definition & Herkunft
    • Aussehen & Verhalten
    • Zucht und Gewinnung
    • Alpaka-Typen: Huacaya & Suri
  2. Was macht Alpakawolle so besonders?
  3. Eigenschaften & Vorteile von Alpakawolle
  4. Anwendungsbereiche von Alpakawolle
    • Bekleidung
    • Accessoires
    • Heimtextilien & Interior
  5. Pflege von Alpakawolle
    • Tipps für Waschen, Trocknen & Lagern
  6. Aufbau der Wollfaser
  7. Geschichte, wirtschaftliche Bedeutung und aktuelle Herausforderungen

Alpakawolle

Eigenschaften & Vorteile im Überblick

Strapazierfähig und langlebig

Behält Form und Qualität über viele Jahre

Hervorragende Thermoregulierung

Wärmt bei Kälte und kühlt bei Wärme aufgrund ihrer Faserstruktur

Feuchtigkeitsregulierend (hygroskopisch)

Nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie nach außen ab

Antibakteriell & geruchsneutral

Hemmt Bakterienbildung und verhindert unangenehme Gerüche

Atmungsaktiv

Angenehmes Körperklima zu jeder Jahreszeit

Nachhaltig & biologisch abbaubar

Kehrt am Ende wieder zur Natur zurück

Weich & hautfreundlich

Sehr feine, glatte Fasern

Hypoallergen

Ideal für Allergiker, da sie kaum Lanolin (Wollfett) enthält

1. Das Alpaka

1.1 Definition & Herkunft

Das Alpaka (Vicugna pacos) gehört zur Familie der Neuweltkameliden und ist in den Hochgebirgsregionen der südamerikanischen Anden beheimatet. Neuweltkameliden sind eine Gruppe von vier in Südamerika vorkommenden Tierarten – Alpaka, Lama, Guanako und Vikunja – die zur Familie der Kamele (Camelidae) gehören, jedoch im Gegensatz zu ihren Verwandten in Afrika und Asien keine Höcker besitzen. Besonders verbreitet ist das Alpaka in Peru, Bolivien und Chile, wo es seit Jahrtausenden als Nutztier gehalten wird. Alpakas leben dort in Höhenlagen von bis zu 5.000 Metern – unter extremen klimatischen Bedingungen, die die besonderen Eigenschaften ihrer Faser maßgeblich prägen.

Archäologische Funde belegen, dass Alpakas bereits vor über 5.000 Jahren domestiziert wurden. Für die präkolumbianischen Kulturen der Anden, insbesondere für die Inka, hatte die Alpakafaser einen hohen Stellenwert. Textilien daraus galten als kostbare Güter und waren teilweise dem Adel vorbehalten – ein Zeichen für ihren besonderen Wert und ihre Qualität.

Heute ist Peru weltweit der wichtigste Produzent von Alpakawolle. Die Tiere werden hauptsächlich wegen ihrer feinen, hochwertigen Faser gezüchtet, die zu den edelsten Naturfasern der Textilindustrie zählt und für ihre außergewöhnlichen Eigenschaften geschätzt wird.

1.2 Aussehen & Verhalten

Alpakas sind schlanke, etwa ein Meter große Kameliden mit langen Hälsen, großen, ausdrucksstarken Augen und einem dichten, weichen Vlies. Ihre Wolle kommt in mehr als 20 natürlichen Farbtönen vor – von reinem Weiß über warme Braun- und Grauschattierungen bis hin zu tiefem Schwarz. Diese natürliche Farbvielfalt macht sie besonders vielseitig in der Weiterverarbeitung.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Alpaka-Typen, die sich vor allem in der Struktur ihrer Faser unterscheiden:

  • Huacaya-Alpaka
    Der am weitesten verbreitete Typ. Die Faser ist fein gekräuselt und bildet ein dichtes, voluminöses Vlies mit hoher Elastizität. Dadurch wirkt sie besonders weich, isolierend und eignet sich ideal für flauschige, wärmende Textilien.
  • Suri-Alpaka
    Deutlich seltener. Die Fasern wachsen in langen, glatten Strähnen, die seidig herabfallen und einen natürlichen Glanz aufweisen. Suri-Fasern sind besonders geschmeidig und werden häufig für edle, glatte Stoffe mit fließender Optik verwendet.

Alpakas sind ruhige, soziale Herdentiere mit einem ausgeprägten Gemeinschaftsverhalten. Sie sind hervorragend an die Bedingungen der Anden angepasst und kommen auch mit großen Temperaturunterschieden und karger Vegetation gut zurecht. Ihre weichen, gepolsterten Sohlen schonen zudem die empfindlichen Böden der Hochlandweiden und tragen zu einer nachhaltigen Weidewirtschaft bei.

Unsere Alpakawolle aus Südamerika

Bei Steiner1888 beziehen wir unsere Alpakawolle aus ausgewählten Regionen Südamerikas, insbesondere aus Peru – dem Ursprungsland der Alpakazucht.

Die extremen Umweltbedingungen der Anden – große Höhenlagen, starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, intensive Sonneneinstrahlung und trockene Höhenluft – verleihen der Alpakafaser ihre besondere Struktur. Dadurch ist sie gleichzeitig leicht, weich und besonders wärmeisolierend.

Durch eine sorgfältige Auswahl und Verarbeitung stellen wir sicher, dass diese natürlichen Eigenschaften in jedem Produkt erhalten bleiben.

1.3 Zucht und Gewinnung von Alpakawolle

Alpakas werden hauptsächlich wegen ihrer hochwertigen Faser gehalten, die zu den edelsten Naturfasern der Textilindustrie zählt. Die Schur erfolgt in der Regel einmal jährlich, meist im Frühjahr, und ist zugleich ein wichtiger Bestandteil der Tierpflege.

Ein Alpaka liefert durchschnittlich zwei bis vier Kilogramm Rohfaser pro Jahr. Nach der Schur wird das Vlies sorgfältig sortiert und nach mehreren Qualitätskriterien bewertet:

  • Feinheit (gemessen in Mikron)
  • Faserlänge
  • Reinheit
  • Farbton

Die hochwertigste Faser stammt aus dem Rücken- und Schulterbereich des Tieres. Besonders feine Qualitäten werden als Baby Alpaca bezeichnet. Dieser Begriff bezieht sich in der Regel auf Fasern aus der ersten Schur junger Tiere, die durch ihre besondere Feinheit gekennzeichnet sind.

Ein charakteristisches Merkmal der Alpakafaser ist ihr geringer Lanolingehalt. Dadurch lässt sie sich vergleichsweise leicht reinigen und weiterverarbeiten. Je nach Verarbeitung, Verspinnung und Veredelung entstehen daraus unterschiedliche textile Eigenschaften und Einsatzbereiche.

Während der Sortierung werden besonders feine Fasern aus dem Rücken- und Schulterbereich von gröberen Partien getrennt. Fasern von Bauch, Beinen oder Hals sind in der Regel robuster und werden für andere Anwendungen eingesetzt.

1.4 Südamerikanische Kameliden – Überblick & Einordnung

Alpakawolle zählt zu den edelsten Naturfasern – ihr Ursprung liegt bei den südamerikanischen Kameliden. Diese Tiergruppe umfasst vier eng verwandte Arten, die seit Jahrtausenden in den Hochlandregionen der Anden leben und sich optimal an extreme klimatische Bedingungen angepasst haben.

Grundsätzlich werden südamerikanische Kameliden in zwei Gruppen unterteilt:

  • Wildlebend – Vicuña und Guanaco
  • Domestiziert – Lama und Alpaka

Alle vier Arten stammen aus den Anden Südamerikas und unterscheiden sich vor allem in ihrer Nutzung, Faserqualität und wirtschaftlichen Bedeutung.

  • Vicuña – Das Vicuña ist das kleinste südamerikanische Kamelid und liefert die feinste Naturfaser der Welt. Bereits im Inkareich galt ihre Wolle als kostbar und war ausschließlich dem Adel vorbehalten. Nach einer Phase starker Bedrohung gilt die Art heute dank gezielter Schutzprogramme wieder als stabil. Der Großteil der Tiere lebt in Peru.
  • Guanaco – Das Guanaco ist ein wildlebendes, äußerst anpassungsfähiges Tier, das von Meereshöhe bis in Höhen von über 4.600 Metern vorkommt. Es lebt in sozialen Gruppen und liefert eine robuste, hochwertige Faser, oft mit leicht rötlichem Farbton. Besonders verbreitet ist es in Patagonien.
  • Lama – Das Lama ist das größte domestizierte Kamelid und wird seit präkolumbianischer Zeit als Lasttier genutzt. Es spielt eine zentrale Rolle für Transport, Landwirtschaft und Kultur in den Andenregionen. Seine Faser ist gröber als die des Alpakas, wird jedoch vielseitig weiterverarbeitet.
  • Alpaka – Das Alpaka ist die bedeutendste Art für die Gewinnung hochwertiger Naturfasern von Kameliden. Mit rund vier Millionen Tieren – vor allem in Peru – bildet es die Grundlage für die moderne Verarbeitung von Alpakafasern. Die Tiere leben überwiegend in Höhenlagen zwischen 3.000 und 4.500 Metern und liefern besonders feine, weiche und leistungsfähige Wolle.

Die Unterschiede zwischen den Kameliden liegen vor allem in ihrer Nutzung und Faserqualität: Während das Vicuña für exklusive Luxusfasern steht und das Lama primär als Nutz- und Lasttier dient, gilt das Alpaka als wichtigster Lieferant hochwertiger Fasern für die Textilindustrie.

Damit bildet das Alpaka die Verbindung zwischen traditioneller Tierhaltung, natürlicher Rohstoffgewinnung und moderner Textilproduktion – und steht heute wie kaum eine andere Faser für Qualität, Komfort und nachhaltige Herkunft.

2. Was macht Alpakawolle so besonders?

Alpakawolle zählt zu den hochwertigsten Naturfasern der Textilwelt. Sie vereint hohe Wärmeleistung, geringes Gewicht und eine feine Faserstruktur und gilt deshalb als besonders vielseitiges Material für hochwertige Textilien.

  • Feine Faserstruktur – Alpakawolle zeichnet sich durch eine feine und gleichmäßige Faser aus, die je nach Verarbeitung einen weichen und angenehmen Griff ermöglicht.
  • Hervorragend wärmend – Die Faserstruktur speichert Wärme effizient und sorgt für eine ausgezeichnete Isolation bei gleichzeitig geringem Gewicht.
  • Temperaturausgleichend – Alpakawolle wirkt klimaregulierend und kann je nach Verarbeitung sowohl wärmend als auch atmungsaktiv eingesetzt werden.
  • Leicht und langlebig – Trotz ihres geringen Gewichts ist die Faser widerstandsfähig und für langlebige Textilien geeignet.
  • Natürlicher Glanz – Die glatte Faseroberfläche verleiht Alpakawolle ihren charakteristischen seidigen Glanz und eine edle Optik.

Diese Eigenschaften machen Alpakawolle besonders geeignet für hochwertige Bekleidung, Decken und Accessoires. Die tatsächlichen Eigenschaften eines Produkts hängen jedoch immer von der jeweiligen Verarbeitung und dem Einsatzbereich ab.

Alpakas stammen aus den Hochlandregionen der südamerikanischen Anden, insbesondere aus Peru und Bolivien, wo ihre Haltung bis heute eine wichtige wirtschaftliche Grundlage für viele Familien bildet. Die Tiere sind hervorragend an das Leben im Hochgebirge angepasst: Ihre weichen Sohlen schonen die Vegetation, und ihr vergleichsweise geringer Futterbedarf macht sie zu ressourcenschonenden Nutztieren.

Damit verbindet Alpakawolle natürliche Funktionalität mit hochwertiger Optik und nachhaltiger Herkunft – Eigenschaften, die sie zu einer vielseitigen Naturfaser im Premiumbereich machen.

Alpakawolle: Die Verarbeitung bestimmt die Eigenschaften

Auch bei Alpakawolle hängen die Eigenschaften eines fertigen Produkts nicht allein von der Faser selbst ab, sondern maßgeblich von ihrer Weiterverarbeitung. Ob die Faser als Streichgarn oder Kammgarn verarbeitet wird, ob sie gemischt oder gewalkt wird – all diese Faktoren beeinflussen Struktur, Griff und Einsatzbereich entscheidend.

Daher lässt sich nicht pauschal sagen, dass Alpakawolle grundsätzlich besonders weich oder hautverträglich ist. Diese Eigenschaften entstehen erst durch die jeweilige Verarbeitung und Ausrüstung des Materials.

Bei Steiner1888 wird Alpakawolle gezielt eingesetzt, um bestimmte optische und haptische Effekte zu erzielen. Dabei kommen bewusst auch etwas gröbere Qualitäten zum Einsatz, um Struktur, Charakter und eine markante Oberfläche hervorzuheben – insbesondere im Interior-Bereich.

3. Eigenschaften & Vorteile von Alpakawolle

Eigenschaft Vorteil
Feine Faserstruktur (ca. 19–26 µm) Besonders weich und angenehm auf der Haut
Hohlfaserstruktur Speichert Wärme besonders effizient und sorgt für hervorragende Isolation
Temperaturregulierend Wärmt bei Kälte und bleibt gleichzeitig atmungsaktiv bei höheren Temperaturen
Geringer Lanolingehalt Besonders hautfreundlich und für viele empfindliche Hauttypen gut geeignet
Natürlicher Glanz Verleiht Textilien eine edle Optik mit seidigem Schimmer
Strapazierfähig & langlebig Hohe Festigkeit und geringe Pillingneigung sorgen für langlebige Produkte
100 % natürlich & biologisch abbaubar Nachwachsender Rohstoff ohne synthetische Zusatzstoffe

Faserstärke und Struktur

Die Faserstärke von Wolle wird in Mikron gemessen und ist ein wichtiger Faktor für Griff, Elastizität und das Tragegefühl eines Materials.

Alpakawolle: ca. 19–26 Mikron
Merinowolle: ca. 17–24 Mikron
Heimisches Bergschaf: ca. 30–40 Mikron

Die Fasern der Alpakawolle besitzen eine besonders glatte Oberfläche und eine charakteristische Hohlfaserstruktur. Dadurch wirkt das Material sehr weich, leicht und gleichzeitig hervorragend isolierend. Die feine Struktur sorgt für ein angenehmes Hautgefühl und verleiht Textilien aus Alpakawolle ihren typischen seidigen Glanz.

4. Anwendungsbereiche von Alpakawolle

Alpakawolle wird aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften in verschiedenen Bereichen der Textilindustrie eingesetzt. Ihre feine Faserstruktur, ihr geringes Gewicht und ihre hervorragende Wärmeleistung machen sie zu einem vielseitigen Naturmaterial für hochwertige Textilien.

Bekleidung

Im Bekleidungsbereich wird Alpakawolle vor allem für hochwertige und wärmende Textilien eingesetzt. Die Faser überzeugt durch ihr angenehmes Tragegefühl, ihre Temperaturregulierung und ihre natürliche Funktionalität.

Typische Anwendungen sind unter anderem:

  • Mäntel und Jacken
  • Strickpullover und Cardigans

Häufig wird Alpakawolle mit anderen Naturfasern wie Merinowolle kombiniert. Dadurch entstehen Textilien, die die Weichheit und Wärme von Alpaka mit der Elastizität und Formstabilität anderer Fasern verbinden.

Accessoires

Auch im Bereich Accessoires wird Alpakawolle aufgrund ihrer Weichheit und ihres geringen Gewichts geschätzt. Sie bietet hohen Tragekomfort und eine besonders angenehme Haptik.

Typische Anwendungen sind unter anderem:

  • Schals und Mützen
  • Handschuhe
  • hochwertige Modeaccessoires

Ein Produktbeispiel bei Steiner1888 ist der Ball Daniel, der mit einem Alpaka-Anteil von 50 % die weichen und hochwertigen Eigenschaften dieser edlen Naturfaser besonders gut zur Geltung bringt.

Heimtextilien & Interior

Im Wohnbereich gewinnt Alpakawolle zunehmend an Bedeutung. Sie sorgt für natürliche Wärme, hohen Komfort und eine edle Optik – ideal für hochwertige und langlebige Heimtextilien.

Typische Anwendungen sind vor allem Decken und Kissen, bei denen die besonderen Eigenschaften der Alpakawolle optimal zur Geltung kommen.

Ein Beispiel ist die Wolldecke Alina, die mit einem Alpaka-Anteil von 50 % die besonderen Eigenschaften dieser edlen Naturfaser mit Komfort und Leichtigkeit verbindet.

Die Kombination aus geringem Gewicht, angenehmer Wärmeleistung und natürlichem Glanz macht Alpakawolle zu einer gefragten Faser im Premiumsegment hochwertiger Heimtextilien.

Bei Steiner1888 steht Alpakawolle für natürliche Leichtigkeit, hochwertige Verarbeitung und einen bewussten Materialeinsatz. Die Faser aus den Anden wird gezielt ausgewählt und häufig mit anderen Naturfasern – insbesondere Merinowolle – kombiniert. So entstehen langlebige Textilien mit ausgewogenen Eigenschaften und einer charakteristischen Oberfläche.

Alpakawolle wird bei Steiner1888 vor allem im Interior-Bereich eingesetzt – insbesondere für Decken und Kissen. Durch die Kombination mit Merinowolle lassen sich Struktur, Griff und Funktion gezielt steuern, während Farben auf der Alpakafaser besonders brillant zur Geltung kommen. In Verbindung mit traditioneller Verarbeitung entstehen Produkte, die Natürlichkeit, Wohnlichkeit und handwerkliche Qualität vereinen.

5. Pflege von Alpakawolle

Alpakawolle gilt als besonders pflegeleicht und angenehm im Alltag. Durch ihre besondere Faserstruktur nimmt sie Gerüche nur begrenzt auf, weshalb häufig bereits regelmäßiges Auslüften ausreicht, um Textilien aufzufrischen.

Leichte Verschmutzungen lassen sich meist einfach ausklopfen oder vorsichtig ausbürsten. Eine Wäsche ist daher nur selten notwendig.

Bei stärkerer Verschmutzung empfiehlt sich eine schonende Handwäsche mit lauwarmem Wasser (max. 30 °C) und einem milden Wollwaschmittel. Alpakafasern reagieren empfindlich auf Hitze, Reibung und starkes Wringen – daher sollten Textilien nur sanft bewegt und sanft ausgedrückt werden.

Zum Trocknen das Produkt vorsichtig in Form ziehen und liegend auf einem Handtuch trocknen lassen. Auf direkte Sonneneinstrahlung und den Trockner sollte verzichtet werden, um die feine Faserstruktur zu schützen.

Auf unserer Pflegeseite finden Sie weitere hilfreiche Tipps zur Reinigung und Fleckentfernung – für eine lange Lebensdauer und anhaltende Qualität Ihrer Alpakawolle-Produkte.

6. Aufbau der Wollfaser

Die Zusammensetzung einer Wollfaser hängt von Sorte und Herkunft des Schafes ab, doch grundsätzlich gilt: Hauptbestandteil aller tierischen Fasern ist Eiweiß (Protein), insbesondere Keratin. Dieses besondere Eiweiß bildet durch seine spiralförmige Molekülstruktur eine extrem elastische, widerstandsfähige Faser. Der Polymerisationsgrad (DP-Grad) liegt bei Wolle bei ca. 100 – das macht sie zu einer der komplexesten Naturfasern überhaupt. Der Faserkörper ist in mehrere Schichten gegliedert:

Schuppenschicht (Cuticula)

Die Cuticula ist die äußere Hülle der Wollfaser und besteht aus überlappenden Schuppenzellen. Sie schützt die Faser und sorgt für charakteristische Eigenschaften wie Filzfähigkeit und Schmutzabweisung. Man unterscheidet drei Lagen:

  • Epicuticula (Außenmembran): wasserabweisend für Flüssigkeitstropfen, aber durchlässig für Wasserdampf – ideal für das Feuchtigkeitsmanagement.
  • Exocuticula: verhornt und schuppenartig; sie schützt vor Abrieb und verleiht der Wolle ihre Fähigkeit zu verfilzen.
  • Endocuticula: dient als Stütze und grenzt die Schuppenschicht zur inneren Faser ab.

Spindelzellschicht (Cortex)

Der Cortex bildet den Hauptteil der Faser. Er setzt sich aus Millionen von Spindelzellen zusammen, die sich in zwei Bereiche gliedern:

  • Orthocortex: chemisch labiler, dehnbarer Teil, sehr saugfähig.
  • Paracortex: stabiler, weniger saugfähig, weniger dehnbar.

Markschicht (Medulla)

Die Medulla ist eine zentrale Zellschicht, die vor allem bei gröberen Wollsorten stark ausgeprägt ist. Sie kann die Geschmeidigkeit der Faser mindern. Feinere Wollarten, insbesondere Merino, besitzen nur winzige Markinseln oder sind nahezu markfrei – was ihre besondere Weichheit erklärt.

Das Zusammenspiel dieser beiden Schichten sorgt für die natürliche Kräuselung der Wollfaser – ein entscheidendes Merkmal für Wärmeisolation und Elastizität. Zusammengehalten werden die Zellen durch eine natürliche Kittsubstanz, das Lanolin (Wollfett). Es macht die Faser geschmeidig und wirkt wasser- sowie schmutzabweisend.

7. Geschichte, wirtschaftliche Bedeutung und aktuelle Herausforderungen

7.1 Geschichte der Alpakawolle

Die Nutzung von Alpakawolle reicht über 5.000 Jahre zurück und ist eng mit den Hochkulturen der Anden verbunden. Bereits präkolumbianische Zivilisationen Südamerikas – insbesondere die Inka – züchteten Alpakas gezielt wegen ihrer feinen, wärmenden Faser. Textilien aus Alpakawolle galten im Inkareich als kostbare Güter und waren teilweise dem Adel und der herrschenden Elite vorbehalten. Neben ihrer praktischen Funktion hatten sie auch eine bedeutende kulturelle und rituelle Rolle.

Mit der spanischen Kolonisation im 16. Jahrhundert verlor die traditionelle Alpakazucht zunächst an Bedeutung. Europäische Schafrassen wurden eingeführt und veränderten die bestehenden landwirtschaftlichen Strukturen. Erst im 19. Jahrhundert entdeckte die europäische Textilindustrie – insbesondere in Großbritannien – das Potenzial der Alpakafaser erneut. In der Folge entwickelte sich ein internationaler Markt für hochwertige Alpaka-Textilien.

Heute ist Peru der weltweit größte Produzent von Alpakawolle, gefolgt von Bolivien und Chile. Trotz ihres vergleichsweise geringen Anteils am globalen Faseraufkommen gilt Alpakawolle als eine der edelsten Naturfasern. Ihre Kombination aus Weichheit, Wärmeleistung, geringem Gewicht und natürlichem Glanz macht sie zu einem gefragten Material für hochwertige Bekleidung, Accessoires und Heimtextilien.

7.2 Wirtschaftliche Bedeutung und aktuelle Herausforderungen

Für viele Gemeinden im Hochland der Anden ist die Alpakazucht bis heute eine zentrale wirtschaftliche Grundlage. Sie sichert Einkommen für zahlreiche Familien und ist eng mit traditionellen Lebens- und Weideformen verbunden. Alpakas sind optimal an die Bedingungen der Anden angepasst, benötigen vergleichsweise wenig Wasser und Futter und schonen mit ihren weichen Sohlen die empfindlichen Böden der Hochlandweiden.

Gleichzeitig steht die Branche vor verschiedenen Herausforderungen. Schwankende Marktpreise, Veränderungen im globalen Textilhandel sowie der zunehmende Wettbewerb durch synthetische Fasern beeinflussen die wirtschaftliche Stabilität vieler Produzenten. Parallel dazu wächst weltweit das Bewusstsein für nachhaltige, natürliche Materialien und transparente Lieferketten – ein Bereich, in dem hochwertige Naturfasern wie Alpakawolle zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Dank ihrer besonderen Eigenschaften bleibt Alpakawolle eine der hochwertigsten Naturfasern der Welt. Ihre natürliche Herkunft, ihre Langlebigkeit und ihre funktionalen Vorteile sorgen dafür, dass sie auch künftig eine wichtige Rolle im Premiumsegment spielt – insbesondere im Bereich hochwertiger Interior- und Wohntextilien.

Steiner1888 – Tradition und Innovation in Alpakawolle

Seit 1888 ist die Verarbeitung von Wolle tief in unserer Herkunft in den Alpen verwurzelt. Ausgehend von dieser Tradition entwickeln wir unsere Materialien und Fertigung kontinuierlich weiter und übertragen bewährtes Handwerk in eine moderne Formensprache.

So entstehen bei Steiner1888 hochwertige Produkte aus Alpakawolle, die durch besondere Weichheit, Langlebigkeit und vor allem durch ihre außergewöhnliche Farbbrillanz überzeugen. Die Faser bringt Farben intensiv zum Leuchten und ermöglicht eine vielfältige, zeitgemäße Kollektion an Decken, Kissen und Accessoires. Entdecken Sie unsere Auswahl und erleben Sie Alpakawolle in ihrer modernsten Form.

Decke Alina