AM ANFANG WAR DER STOFF

FIRMENCHRONIK


Unsere Geschichte geht viele Jahre zurück. Wie unser Name schon verrät sind es über 130 Jahre. Im Jahre 1888 wurde die Lodenwalke in Mandling von Philipp und Aloisia Stiegler gegründet. Zum Namenswechsel kam es 1910, als Franz Steiner den Betrieb von seinem Onkel und Tante übernahm. Ursprünglich wurde der Betrieb als reine Walke in Lohnarbeit geführt. Es waren harte Jahre des Aufbaus, in denen Franz Steiner zusätzlich im Sommer als Bergführer arbeitete. Erst in den 20er Jahren wurde der Betrieb immer mehr ausgebaut, um Maschinen erweitert, sodass schließlich in vollstufiger Produktion (Spinnerei, Weberei, Ausrüstung) gearbeitet werden konnte.

Der Steinerweg am Dachstein


König Dachstein. Es geht wohl eine Urkraft von diesem Berg aus, der über der ganzen Region thront. Landschaft und Klima haben den Menschen hier das Dasein nie leicht gemacht. Das Walken von Stoffen wurde nicht zufällig in einer Gegend entwickelt, in der Menschen einen dringenden Bedarf an strapazierfähiger Kleidung hatten. Als 1910 der begeisterte Bergführer Franz Steiner die Lodenwalke von seinem Onkel Zacharias übernahm, war er bereits eine Legende. Ein Jahr zuvor (1909) hatte er als Erster, gemeinsam mit seinem Bruder Irg, die berühmt-berüchtigte Dachstein-Südwand erklommen, eine über 850 Meter hohe Wand, am südlichen Abhang des Dachsteinmassivs zur Ramsau. Noch heute gilt der Steinerweg als eine der schwierigsten Routen in den Alpen. Eine Tradition war ihm bei seinen Besteigungen immer wichtig: die Lodenhose aus der eigenen Produktion. Schon damals war ihm die Qualität des Lodens bewusst und hätte er niemals darauf verzichten wollen. Übrigens: auch der Vater von Franz und Irg (Johann Steiner) war ein begeisterter Bergführer und war Erstbesteiger der Bischofsmütze.

Vorreiter in Sachen Technik


Die Familie Steiner war in der Region schon immer ein Vorreiter, wenn es um Technik geht. Mitte der 1920er Jahre errichtete Franz Steiner ein Elektrizitätswerk in Mandling, um seinen eigenen Strom für sein Unternehmen zu erzeugen. Dieses Werk war bis Mitte der 1980er Jahre im Einsatz, danach wurde der Strom wieder zugekauft. Auch Wasserkraft wurde in Mandling selbst erzeugt und zwar mit einem Mühlrad. In den Jahren entwickelte sich die Manufaktur immer weiter. Das erste alte Gebäude wurde stetig erweitert und aufgestockt.

Als begeisterter Skifahrer zog es Franz Steiner auch immer wieder im Winter auf die umliegenden Berge. Er sah das Potential von Obertauern als touristisches Skigebiet. Gerade zu dieser Zeit wurde der Wintersport immer mehr beliebt. So baute er mit 58 Jahren die ersten beiden Skilifte - damals noch Schlepplifte - am Obertauern. Der Grundstein für die heute so populäre Urlaubsregion im Salzburger Land.

Loden als Funktionskleidung


Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Loden immer mehr für Funktionsbekleidung eingesetzt. Auch viele Prominente waren begeistert von der Loden Steiner Qualität, wie zB. Heinrich Harrer, ein österreichischer Forschungsreisender, Bergsteiger, Geograf und Autor. Bekannt wurde er als einer der Erstbesteiger der Eiger-Nordwand sowie durch sein Buch "Sieben Jahre in Tibet" und dessen Verfilmung.

Auch Luis Trenker griff schon damals zum Steiner Loden. Auch seine Enkelkinder sind heute noch Kunden unseres Hauses. Von der Österreichischen Himalaya-Gesellschaft erhielten wir im Jahr 1954 einen Brief, in dem Sie sich für den ausgezeichneten Loden für deren Bergsteigerhosen bedankten.

Ein modernes Fabiksgebäude entsteht


Auch Willi Steiner sen., der Sohn von Johann Steiner, war nach dem 2. Weltkrieg schon aktiv in der Firma. Er errichtete 1945 ein Fabriksgebäude modernster Bauart, welches heute noch Großteils vorhanden ist.
Die Manufaktur wird zu einem vollstufigen Betrieb.

Wollwaren vom Feinsten

Im Familienhaus befand sich der Wollladen von Willi Steiner sen. Die Bauern konnten dort die Schurwolle abliefern, aber auch Stoffe und andere fertige Produkte erwerben. Emma Steiner, die Frau von Willi sen., führte das Geschäft mit Begeisterung. Willi und Emma waren die Großeltern der heutigen Geschäftsführer.

1970 - die 4. Generation


Nachdem Emma und Willi sen. den Lodenwalkbetrieb erfolgreich geführt hatten wurde es Zeit, die nächste Generation ranzulassen. Herbert Steiner sen. (verstorben 2019) und sein Bruder Willi Steiner übernahmen das Unternehmen in den 1970er Jahren. Herbert kümmerte sich vorrangig um die Geschäfte im Inland und um den reibungslosen Ablauf in der Produktion. Willi Steiner vertrat das Geschäft nach außen. Immer schick gekleidet im Anzug, fuhr er auf internationale Messen und kurbelte so auch das Auslandsgeschäft an. Der Loden von Steiner1888 erlangte nun auch Bekanntheit in den Nachbarländern Deutschland, Italien und Frankreich. Ende der 1990er Jahre wurden bereits 300.000 Meter Loden produziert, der nur für Bekleidungsstücke verschiedener Marken verwendet wurde.

Einzelhandelsgeschäfte in Mandling & Schladming

1978 errichtete die Familie Steiner ihr erstes Einzelhandelsgeschäft in Mandling, gleich neben der Manufaktur. Auch damals schon wurden Bekleidungsmarken verkauft, die aus hochwertigen und natürlichen Materialien hergestellt wurden. Drei Jahre später (1981) folgte dann das zweite Einzelhandelsgeschäft am Hauptplatz von Schladming.

Die heutige Geschäftsführung


1998 kommen Johannes und Herbert Steiner, die Söhne von Herbert und Willi Steiner in das Führungsteam. Zunächst übernehmen Sie 55% des elterlichen Betriebs. 2003 wurde das Unternehmen dann zur Gänze von den beiden Cousins übernommen. Das Management wird wie zu Vaterszeiten aufgeteilt: Herbert kümmert sich um die Technik und Produktion, Johannes ist für die Kommunikation und den Verkauf zuständig. Wenn es um größere Anschaffungen oder wichtige Entscheidungen geht, werden diese gemeinsam getroffen, in Abstimmung mit dem gesamten Team, das hinter den Geschäftsführern steht. In den letzten 20 Jahren ist einiges passiert und das Unternehmen erlebte eine grundlegende Modernisierung und Ausrichtung.

Herbert & Johannes Steiner

Die Marke Steiner1888 entsteht


2001 wagten die beiden den Schritt und fertigten erstmals in der Steiner Geschichte fertige Produkte für den Endverbraucher. Die erste Deckenkollektion entsteht unter dem Markennamen Steiner1888. Die Marke Steiner1888 ist im Interior Bereich gut integriert - man kennt die Steiner1888 Wolldecke. Unser erstes Logo sah so aus:

Im Jahr 2010 wagten die Steiners einen weiteren Schritt in Richtung Modernisierung. In Schladming wird das 1000 m² große Einzelhandelsgeschäft renoviert und die Wollwelt in Mandling entsteht. Die Wollwelt beinhaltet einen eigenen Decken-Bereich im Verkaufsgeschäft als auch ein gemütliches Café. Das Hauptaugenmerk lag aber an der Neukonzeption von den beliebten Führungen durch die Manufaktur. Ein 3D Film lässt die Gäste in die Welt der Wolle eintauchen. Mit einem erfahrenen Guide wird man dann durch die Manufaktur geführt. Verschiedene Info-Monitore und Fühlstationen sorgen für noch mehr Verständnis. Weitere Informationen über unsere Wollwelt Führungen finden Sie hier.

In den letzten Jahren wurde zusätzlich in die eigene Bekleidungskollektion investiert, die auch unter dem Namen Steiner1888 vermarktet wird. Auch in diesem Bereich bleibt das Streben nach Qualität unverändert. Wir setzen auf unseren Loden made in Mandling, verbunden mit anderen hochwertigen Materialien, vorwiegend aus der Natur. Steiner1888 ist bei ausgewählten Fachhändlern, in den eigenen Einzelhandelsgeschäften und im Online Shop verfügbar.

Die erste Lodenbahn der Welt


Aber nicht nur im textilen Geschäft, auch am Obertauern tut sich Einzigartiges. Die Wintersaison starteten wir mit der ersten Lodenbahn der Welt. Die Plattenkarbahn wurde in fünf Monaten in Rekordtempo komplett umgebaut und erneuert. In Betrieb ging eine topmoderne Kombibahn mit 8er-Sessel und 10er-Kabinen und dem weltweit einzigartigen Sitzbezug aus original Schladminger Loden.

Fotos: www.kaindl-hoenig.com

Marken-Relaunch 2020


Mit dem Designer Christian Weber vom Design-Studio "Weber+Weber" haben wir uns einen erfahrenen und innovativen Geist an Bord geholt. Das Ziel war es, Loden in die Moderne zu transferieren. Neben den Neuerungen im Modedesign wurde auch ein neues Logo präsentiert und eingesetzt. Neu dabei ist der Widder über dem Steiner-Schriftzug. Mit dem neuen Logo wollen wir unsere Herkunft herausstreichen. Internationales Flair ist uns wichtig ebenso wie Kontinuität und Besinnung auf unsere Tradition. Genau die soll unser Logo auch wiederspiegeln. Neben der eleganteren, feineren Schrift transportiert unser Widder aus dem Steiner-Familienwappen Emotionen und Werte wie Familiensinn, Zusammenhalt und Heimatliebe.